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SEO - Fremd verbunden - 3D virtual exhibition by Galerie Noah

SEO - Fremd verbunden

Fri, 04/08/2022 to Sun, 05/15/2022

curated by:

Korallen umsäumte Bergstraßen, geschnitzte Hochhäuser und Heerscharen von Schwänen
überwuchern die Leinwände von SEO dieser Tage – die südkoreanische Malerin aus Berlin
ist zurück, mit ganzer Kraft, in starker Farbigkeit und einer ganz klaren Message. Die Natur,
Schosse allen Seins, feiert Triumph über das Urbane, über Digitalisierung, auch
Globalisierung, und packt den Betrachter förmlich am Schopfe: Als letztes Glied einer Herde
wird er entführt mitten hinein in Täler und Berge; schwimmt mit Wasserfrauen,
Korallenwächtern und Anemonenfischen entlang paradiesischer Riffe oder erkundet via Zebra
Asphalt und Beton. Ein tiefes Gefühl, Verbundenheit, ja, Sehnsucht macht sich breit beim
Innehalten vor imposanter Bildhaftigkeit, nach dem Duft des Waldes, dem Eintauchen in
azurblaue Gewässer, nach Wanderungen durch kernige Gebirgslandschaften bei Sonne oder
Kälte – kurzum, nach Authentizität im echten, im wahren, in einem analogen Leben. Ein
Blick auf das Entstehungsjahr all dieser so wunderschönen Fantasiewelten hält gut und gerne
einen Spiegel vor: Allesamt gemalt in den Jahren 2019 bis 2022, während der so genannten
postdigitalen Ära, einer den Menschen auf sich zurückwerfenden weltweiten Pandemie, in
Zeiten von „Fridays for Future“, wird Bedürfnis nach und Sorge um mehr als deutlich. „Ich
will die Natur nicht loslassen, will riechen und fühlen und meine Wurzeln spüren“, sagt die
Künstlerin voller Ernsthaftigkeit und Hingabe, in ihrem Innersten überzeugt, genau wie ihr
„Froschmädchen III“ von 2021, das eine große grüne Amphibie glückselig an sich drückt.
SEO, 1977 in Gwangju, Südkorea, geboren, studiert erst Kunst an der Cho-sun Universität in
Gwangju, wo sie die koreanische Reispapiertechnik erlernt, bevor sie 2001 in die Klasse von
Georg Baselitz an die Universität der Künste Berlin wechselt. Sie schließt 2004 als dessen
Meisterschülerin ab, erhält zahlreiche Auszeichnungen wie die Blickachsen Bad Homburg
oder den Falkenrot Preis Berlin und stellt bis heute in großen internationalen Museen aus. Sie
beschäftigt sich, im Übrigen auf Anraten ihres Lehrers Baselitz, intensiv mit der Suche nach
Heimat, ihrer Identität als Ostasiatin in Mitteleuropa, einem Hin- und Hergerissensein
zwischen Tradition und Moderne. Stilistisch auf den Punkt bringt die perfektionistisch
veranlagte Koreanerin ihr Thema mit Einbezug der Reispapiertechnik in Acrylmalerei, die
eine verfremdende Plastizität, Räumlichkeit erzeugt, gebettet in ihre ganz eigene, nahezu
poppig-surreale Neo-Romantik.

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